Nachhaltigkeit geht uns alle etwas an! Aber was bedeutet "Nachhaltigkeit" eigentlich?

Der Begriff Nachhaltigkeit ist seit einigen Jahren in aller Munde. Schlägt man eine Zeitung auf wird man vermutlich nicht um dieses Wort herumkommen. Aber was genau versteht man eigentlich unter Nachhaltigkeit? In diesem Artikel möchte ich dem Begriff der Nachhaltigkeit einmal auf den Grund gehen und Euch auf eine Definition aufmerksam machen, die meiner Meinung nach Jeder von uns kennen und verinnerlichen sollte.

Nachhaltigkeit bzw. das was dahinter steckt, ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern hat Wurzeln in allen Kulturen.[1]

Beleg für eine nachhaltige Lebensweise der Indianer ist beispielsweise ein See in Südamerika, dessen Name „Manchau gagog changau gagog chaugo gagog amaug“ lautet, was sinngemäß folgendes bedeutet „Wir fischen auf unserer Seite, ihr fischt auf eurer Seite und niemand fischt in der Mitte.“[2]Hinter Nachhaltigkeit steckt also eine Art Überlebensstrategie, bei der es um einen sorgfältigen Umgang mit Ressourcen geht.

Die Wurzeln des Begriffes Nachhaltigkeit liegen im Jagdwesen, als Jäger und Sammler sich darum bemühten, ihren Lebensunterhalt zu sichern und für ungewisse Zeiten vorzusorgen.[3]

„Das alte deutsche Wort ‚Nachhalt’ bezeichnete früher jene Vorräte, die für Notzeiten zurückgelegt wurden.“[4]

 

Nachhaltigkeit wurde als Grundsatz erstmals in der deutschen Forstwirtschaft von Carl von Carlowitz formuliert. Dieser veröffentlichte 1713 das Werk „Sylvicultura Oeconomica“, in dem er von „nachhaltender Nutzung der Wälder“ spricht.[5] Er plädiert dafür, „... einen Anbau des Holzes so anzustellen, dass es eine kontinuierliche, beständige und nachhaltige Nutzung gebe.“[6]

Unter beständiger und nachhaltender Nutzung des Waldes verstand und versteht man, dass Bäume, die abgeholzt werden, nachgepflanzt werden müssen, um die Ressourcenbasis nicht zu erschöpfen.[7]„Ihrem Ursprung nach ist Nachhaltigkeit ein ressourcen-ökonomisches Prinzip, das ermöglichte, eine Ressource dauerhaft ertragbringend zu nutzen.“[8]

 

„Die neue, globale Umweltpolitik wurde ganz entscheidend von den UNO-Umweltkon- ferenzen beeinflusst.“[9] Im Jahr 1983 wurde die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung durch die Vereinten Nationen gegründet.

Grund für die Gründung der Weltkommision waren die sich erhärtende wissenschaftliche Erkenntnis, dass sich die Umweltqualität weltweit aufgrund wirtschaftlicher Aktivitäten des Menschen rasant verschlechtert. Umweltverschmutzung, Überbevölkerung, Ressourcenverschwendung und Armut nahmen weltweit zu. [10]

Aufgabe der Weltkomission war die Erarbeitung eines Perspektivberichts zu langfristig tragfähiger und umweltschonender Entwicklung im Weltmaßstab bis zum Jahr 2000 und darüber hinaus. [11] Außerdem sollten Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Entwicklung gegeben werden.

Daraufhin wurde im Jahr 1987 der Bericht mit dem Titel „Our Common Future“ („Unsere gemeinsame Zukunft“) veröffentlicht. Immer wieder wird der Bericht auch als Brundtland-Bericht bezeichnet. Dies liegt daran, dass zu dieser Zeit die damalige norwegische Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland Vorsitzende der Kommission war.[12]

In diesem Bericht wurde der Begriff „nachhaltige Entwicklung“ zum ersten Mal definiert: 

“Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können." [13]

Diese Definition hat bis heute Bestand. 

Sie besagt, dass es genug für immer für alle geben soll. Unseren Kindern und allen künftigen Generationen sollen alle Ressourcen zur Verfügung stehen, die wir auch haben.

Diese Definition der nachhaltigen Entwicklung sollte meiner Meinung nach jeder von uns verinnerlichen! Wer seine täglichen Handlungen und Einstellungen diesbezüglich reflektiert und anpasst, wird Großes für unseren Planeten leisten!

 

Zum Thema "Wie lebt man Nachhaltigkeit?" habe ich auf YouTube ein sehr cooles Video gefunden, dass es meiner Meinung nach an vielen Stellen auf den Punkt bringt. 

Hier könnt Ihr es Euch ansehen:

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[1]Vgl. Spindler E. A.: Geschichte der Nachhaltigkeit. Vom Werden und Wirken eines beliebten Begriffes, URL: https://www.nachhaltigkeit.info/media/1326279587phpeJPyvC.pdf, S. 2.

[2]Vgl. Spindler E. A.: Geschichte der Nachhaltigkeit. Vom Werden und Wirken eines beliebten Begriffes, URL: https://www.nachhaltigkeit.info/media/1326279587phpeJPyvC.pdf, S. 2.

[3]Vgl. Spindler E. A.: Geschichte der Nachhaltigkeit. Vom Werden und Wirken eines beliebten Begriffes, URL: https://www.nachhaltigkeit.info/media/1326279587phpeJPyvC.pdf, S. 2.

[4]Reidel, Johannes (2010): Erfolgreich oder ruinös? Transnationale Unternehmen und nachhaltige Entwicklung – kritische Reflexion aus menschenrechtlicher Perspektive. München: oekom, 2010, S. 96.

[5]Vgl. Spindler E. A.: Geschichte der Nachhaltigkeit. Vom Werden und Wirken eines beliebten Begriffes, URL: https://www.nachhaltigkeit.info/media/1326279587phpeJPyvC.pdf, S. 2.

[6]Schretzmann, Rainer et al. (2006): Wald mit Zukunft. Nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland. Bonn: aid-Heft 1478/2006, S. 68. Hans Carl von Carlowitz (1732): Sylvicultura Oeconomica. Haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur Wilden-Baum Zucht, Kessel, Remagen-Oberwinter, Wiederauflage 2009.

[7]Vgl. Pufé, I. (2017): Nachhaltigkeit, UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2017, 3. Auflage, S. 37.

[8]Pufé, I. (2017): Nachhaltigkeit, UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2017, 3. Auflage, S. 38.

[9]Spindler E. A.: Geschichte der Nachhaltigkeit. Vom Werden und Wirken eines beliebten Begriffes, URL: https://www.nachhaltigkeit.info/media/1326279587phpeJPyvC.pdf, S. 6.

[10]Vgl. Pufé, I. (2017): Nachhaltigkeit, UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2017, 3. Auflage, S. 42.

[11]Vgl. Pufé, I. (2017): Nachhaltigkeit, UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2017, 3. Auflage, S. 42.

[12]Vgl. Pufé, I. (2017): Nachhaltigkeit, UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2017, 3. Auflage, S. 42.

[13]Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (o. J.): Der Weg zur Agenda. Die Nachhaltigkeitsagenda und die Rio-Konferenzen, URL: https://www.bmz.de/de/ministerium/ziele/2030_agenda/historie/rio_plus20/index.html.

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